· 

In these words

© MelsMangaWorld-YT
© MelsMangaWorld-YT

Titel: In these words – Band 1

Orginaltitel: Gen no Tsumi (言之罪)

Genre: Boys Love

Text/Zeichnungen: Kichiku Neko, TogaQ

Verlag: Altraverse

Empfehlung: 18+

Preis: 10,00 € (Großformat (148 x 210 mm)

Extra: 3 exklusive Artprints (nur in der 1. Auflage)

Seiten: 208

ISBN: 978-3963580130

Verlagsseite: In these words - Band 1 bei Altraverse

Erscheinungsdatum: 24. Mai 2018

 

 

JETZT KAUFEN*

 

*Reflink, dadurch unterstützt ihr mich bei eurem Kauf und zahlt keine Extrakosten (Werbeeinnahmen)

 

Klappentext

 

Seit Jahren treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Doch nun ist er endlich gefasst. Psychiater Katsuya Asano soll ihm ein Geständnis entlocken. Eingesperrt auf engstem Raum verwickelt ihn der charismatische Täter immer tiefer in seine Psychospielchen. Katsuya leidet an grausamen Albträumen und die Grenzen zwischen Realität und Traum verschwimmen immer mehr ...

Gibt es eine Verbindung zwischen ihm und dem Mörder?

 

Meine Meinung

 

Aufmachung:

Die Aufmachung des ersten Bandes von „In these words“ ist sehr edel gestaltet und erscheint in Großformat. Ich finde, dass sich das Großformat bei diesem Manga lohnt, da man so einen übersichtlicheren Blick über die einzelnen Panels gewinnt und dadurch einen deutlich besseren Lesefluss erzeugt.

 

Ausschließlich in der ersten Auflage sind dem Manga zusätzlich drei farbige, limitierte und effektvolle Artprints beigelegt. Das war aber noch nicht alles was der erste Band von ‚In these Words‘ zu bieten hat; er enthält obendrein ein Bonuskapitel, sowie einen interessanten Free Talk.

 

Das Cover, das sich über die Vor- und Rückseite erstreckt, wurde von der alten Auflage übernommen. Ich finde das Cover ist sehr ansprechend gestaltet. Es ist der Hauptcharakter Katsuya abgebildet, der sich einem blutenden Totenschädel scheinbar sehr vertraut nähert. Als ich dieses Cover zum ersten Mal erblickte, stellte ich mir direkt die Frage, ob Katsuya möglicherweise psychisch nicht gesund ist. Ich fragte mich daher, ob das Cover eine Anspielung auf Aspekte der Geschichte sein könnte, welche sich im Verlauf der Handlung noch offenbaren.

 

Der ungewöhnliche Einstieg hat mich positiv überrascht. Dem ersten Kapitel geht ein Prolog voran, der als Fließtext geschrieben ist. Anfangs ist es ungewohnt gewesen, sich in die Situation hineinzuversetzen, da jegliche Visualisierungen ausbleiben. Jedoch kann man sich relativ schnell auf den Stand der Dinge konzentrieren und bekommt einen Vorgeschmack auf die angespannte und nervenaufreißende Atmosphäre. Schon nach wenigen Seiten baut sich Spannung und Angst beim Leser auf, die im Verlauf des Manga präsent bleibt. Außerdem bekommt man einen ersten Eindruck von den Persönlichkeiten der Charaktere, die jedoch mysteriös bleiben.

 

Zeichenstil:

TogaQ hat einen äußerst außergewöhnlichen Zeichenstil, den ich bisher so noch nie gesehen habe. Mir persönlich gefällt es besonders gut, dass er eher realistisch und detailliert zeichnet. Dies wird deutlich, wenn man sich die Mimik der Charaktere vor Augen führt. Die Gesichtszüge sind so präzise dargestellt, dass sie einem in manchen Umständen sogar Angst machen, weil sie so ausdrucksstark sind. Vor allem der Ausdruck in den Augen des Serienkillers vermittelt dem Leser eine wirkliche Gänsehaut. Sie sind voller Leere, Kälte und offenbaren keinerlei Gefühle.

 

Der Hintergrund ist hingegen eher einfach gehalten, da man Wert auf die Charaktere und dessen Gesichtszüge legt. Außerdem durchzieht den ganzen Manga eine Düsterheit, die eine kalte und ernste Stimmung mit sich bringt und dadurch eine angespannte Emotion beim Leser erzeugt. Dieser Effekt unterstützt den finsteren Ton der Geschichte effektiv und zieht den Leser in seinen Bann. Die Düsterheit wird im Zeichenstil dadurch ausgedrückt, dass mit dunklen Tönen gearbeitet wird.

 

Der Mangaka arbeitet außerdem mit „Speed Lines“, welche den sexuellen Handlungen innerhalb des Manga Nachdruck verleihen.

 

TogaQ stellt die sexuellen Handlungen unbeschönigt in ihrer Grausamkeit und unzensiert dar. Die Altersempfehlung ist daher meines Erachtens gerechtfertigt, da ‚In these words‘ brutalen, blutigen Geschlechtsverkehr sowie Mord aufzeigt.

 

Setting:

‚In these words‘ wird des öfteres von Katsuyas Albträumen begleitet, in denen er gefangen ist. Diese Idee finde ich äußerst interessant, da man dadurch nicht immer weiß, ob die momentan aufgezeigte Situation wirklich Realität ist oder ob es sich um einen bösen und grausamen Streich von Katsuyas Verstand handelt. Diese Erfahrung hatte ich persönlich noch nie in einem Manga, was ihn für mich so einzigartig macht.

 

Des Weiteren spielt der Manga oft während Sitzungen, die Katsuya als Psychologe mit seinem Patient abhält. Man bekommt Einblicke in seinen beruflichen Alltag. Katsuyas Beruf spielt für die Geschichte eine sehr wichtige Rolle, demnach ist sein Arbeitsplatz ein wichtiger Schauplatz für den Manga.

 

Letztendlich ist das Setting von ‚In these words‘ sehr düster und atmosphärisch mit seinen Schauplätzen und der einmaligen Perspektive. Bisher wird die Geschichte aus der Perspektive von Katsuya erzählt. Meiner Meinung nach würde ein Wechsel der Perspektive die Geschichte noch komplizierter machen. Der Manga enthält Zeitsprünge, sowie verschiedene Zeitebenen, die im Laufe des Manga in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Jedoch würde mich trotzdem die Perspektive des Serienkillers sehr interessieren.

 

Story:

Wir begleiten den jungen Katsuya Asano, der von Beruf ein Psychiater ist. Dementsprechend kann man sich auf präzise Schlussfolgerungen und komplizierte Gedankengänge einstellen. Jedoch kann man seinen Gedankengängen flüssig und ohne Probleme folgen. Es wird das Problem aufgezeigt, dass Psychiater mit der Zeit oft selbst mit ihrer Psyche zu kämpfen haben, da sie sich täglich mit Problemen und schlechten Gedanken anderer befassen müssen. Dies wird direkt nach dem Prolog sichtbar, denn Katsuya wird von schrecklichen Albträumen gequält, aus denen er schweißgebadet erwacht.

 

Im Prolog hält sich Katsuya in einem gemütlichen Café auf, um still und konzentriert zu arbeiten. Diese Konzentration wird aber schlagartig gestört. Ein fremder, elegant gekleideter Mann setzt sich zu ihm und kommt ihm ungewöhnlich nahe. Man könnte meinen, er würde sich ihm aufzwingen. Dieser Umstand kam mir in diesem Moment schon suspekt vor.

 

Diese Situation wird durch einen ausdrucksvollen Szenenwechsel unterbrochen. Katsuya wacht ohne jegliche Erinnerungen, orientierungslos und völlig benommen an einen unbekannten, kalten und dunklem Ort auf. Schon hier setzt der Nervenkitzel ein, denn Katsuya versucht dieser unheimlichen Situation zu entfliehen. Jedoch wird er daran gehindert, verfolgt und bedroht. In dieser Szene habe ich mit gefiebert und war total gefesselt. Ich habe mir die Frage gestellt, ob ihm seine Erinnerungen weiter verborgen bleiben oder ob er Klarheit über seine momentane Lage erhält. Darüber hinaus habe ich mich gefragt, wie er in diese missliche Lage kam und wer hinter dieser schrecklichen Entführung steckt.

 

Erneut erfolgt ein Szenenwechsel in die Gegenwart. Zu dieser Zeit wurde ein unberechenbarer Serienmörder gefasst, der vorgeblich mehrere Menschen auf dem Gewissen hat. Katsuya bekommt den Auftrag, diesem ein Geständnis zu entlocken, und zwar eines, das auch vor Gericht Bestand hat. Man erfährt, dass der Serienmörder explizit nach ihm verlangt hat. Im Gegenzug versichert der Serienmörder die Zusammenarbeit mit den Behörden.

 

Der Auftrag verlangt von Katsuya zu einer abgeschotteten, anscheinend bewachten Unterkunft zu fahren, die unmittelbar in der Nähe des berüchtigten Serienmörder liegt. Die Sitzungen mit dem Psychopaten klären immer mehr meiner Fragen, aber werfen gleichzeitig neue Fragen auf und lassen einen immer noch weiter weiterrätseln. Was könnte es mit ihm auf sich haben? Die Handlungsstränge verbinden sich erst im Verlauf des Manga nach und nach, denn man sitzt am Anfang noch absolut im Dunkeln. Man bekommt in den weiteren Sitzungen immer mehr Fakten aufgetischt. Die Frage ist jedoch: Kann man den Fakten Glauben schenken oder versucht der Serienmörder Katsuya um seinen Finger zu wickeln?

 

Lasset die Psychospielchen beginnen…

 

Charaktere:

Die Charaktere in „In these words“ sind bis auf das kleinste Detail durchdacht. Jede Persönlichkeit ist so einzigartig und  bemerkenswert, dass sie sich wirklich von anderen abheben.

 

Katsuya Asano ist ein sehr intelligenter und junger Psychiater, der seiner Arbeit verfallen ist. Er ist ein Arbeitstier und mag es dementsprechend nicht, bei seiner Arbeit gestört oder anderweitig abgelenkt zu werden. Scheinbar versucht er den Umgang mit anderen Menschen zu meiden und seinen Weg zu gehen. Dies kommt ihm in seinem Beruf gelegen, da er durchgehend versucht, einen emotionalen Abstand zu seinen Patienten zu bewahren, um sie von einer gewissen sicheren Entfernung zu beurteilen. Jedoch scheint dies bei den Sitzungen mit dem Serienmörder nicht konstant zu funktionieren. Katsuya scheint sich nach und nach wieder an alles zu erinnern und identifiziert sich sehr stark mit den Opfern des geheimnisumwitterten Serienmörders. Dies führt dazu, dass er immer häufiger grausame Albträume bekommt, die seine Erinnerungen wiederspiegeln. Für ihn beginnt ein Kampf, seinen Stolz nicht aus den Augen zu verlieren und sich psychisch nicht brechen zu lassen.

 

Kenji Shinohara ist ein Serienmörder, der nicht noch unberechenbarer sein könnte. Er ist dafür bekannt seine Opfer über einen längeren Zeitraum gezielt zu beobachten und zu verfolgen, bevor er endgültig zuschlägt. Sein Aussehen ist ein wirkungsvoller Kontrast zu seinen Taten. Er ist gutaussehend, attraktiv, hat eine sinnliche und einnehmende Stimme und scheint wohlhabend zu sein. Verführung und Offenheit sind seine Lockmittel für neue Opfer. Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass er ein waschechter Psychopath ist, denn er hat eine ausgeprägte, fassettenreiche Persönlichkeit. In einem Moment scheint er verletzt zu sein und macht einen kindlichen Anschein, doch dann lacht er wieder und hat einen total leeren und kalten Blick. Der kindliche Anschein wird dadurch verstärkt, dass er handgreiflich wird, wenn man ihn ignoriert. Darüber hinaus ist er besitzergreifend und teilt nicht gerne. Kenji hat eine kranke Vorstellung von Liebe. Wer seine Liebe nicht erwidert muss sterben und dafür bezahlen. Außerdem liebt er es zu sehen, wie Schmerzen Menschen verändern können, sowie die gequälten Ausdrücke in den Gesichtern seiner Opfer. Schlussendlich kann man sagen, dass er ziemlich egoistisch ist und ihm seine eigenen Bedürfnisse wichtiger sind als die seiner Mitmenschen.

 

Letztendlich kann man sagen, dass zwischen den Charakteren ein ausdrucksstarker Kontrast herrscht, denn beide sind absolut unterschiedliche Persönlichkeiten. Es ist wie ein Katz und Maus Spiel zwischen einem Psychiater und einem Psychopaten. Man sagt, dass sich Gegensätze anziehen, jedoch haben beide Charaktere verschiedene Intentionen hinter ihrer Vorgehensweise. Die typische Gegensätzlichkeit aus schüchtern und dominant kommt zwischen den beiden auch zum Vorschein.  Diesen Aspekt finde ich wirklich höchst interessant, da Katsuya vor hat, seine Arbeit möglichst schnell zu erledigen und dem Serienmörder sein Geständnis zu entlocken. Dieser jedoch amüsiert sich dabei, da er mit der Psyche seines Gegenübers spielen kann.

 

Mein Fazit:

Der erste Band von „In these words“ ist von Anfang an mit Spannung und Nervenkitzel geladen. Man wird direkt von der fesselnden und bedrückenden Atmosphäre verschlungen. Der erste Band war dementsprechend ein gelungener Start in diesen Psychothriller. Mich faszinieren die Psychospielchen, die Kenji mit Katsuya spielt, denn er schafft es die Menschen aus der Fassung und sie unter seine Kontrolle zu bringen. Ich habe Gänsehaut bekommen, wenn ich in seine kalten und gefühlsleeren Augen geschaut habe. Es hat mir teilweise sogar Angst gemacht, wenn er seine Persönlichkeit gewechselt hat. Die Story und der Zeichenstil harmonieren perfekt zusammen, denn sie verstärken gegenseitig die ernste, düstere und erstickende Atmosphäre.

 

 

 

Vielen Dank an Altraverse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von In these words – Band 1!


Kommentar schreiben

Kommentare: 0

MANGACOUNTER: 1770


Das bin ich

Ich heiße Melina und bin 19 Jahre alt. Mein Hobby begleitet mich schon mehr als 6 Jahre. Ich sammel Manga und schaue darüber hinaus auch sehr gerne Anime. Durch meine große Schwester bin ich schon als kleines Kind zu Anime und Manga gekommen. Mein Traum ist es im folgenden Jahr nach Japan zu reisen. Außerdem zeichne ich sehr gerne, um meine Fantasie aufs Blatt zu bringen. Ich führe einen Kanal auf Youtube, der sich mit dem Thema Manga beschäftigt. (MelsMangaWorld)